Diözesaner Prozess: Kirche der Zukunft

Die Diözese informiert in diesem Herbst über die "Seelsorge in neuen Strukturen"

Angesichts der deutlich zurückgehenden Zahl der Kirchenmitglieder und der Kirchensteuereinnahmen haben die Kirchengemeinden künftig erheblich weniger finanzielle Mittel zur Verfügung. Auch die evangelische Landeskirche steht vor denselben Herausforderungen und hat ein ähnliches Projekt entwickelt wie die Diözese Rottenburg-Stuttgart und beide Kirchen sind hierzu auch miteinander in Kontakt.

Daher hat die Diözese alle Kirchengemeinden aufgefordert, ihren Gebäudebestand zu überprüfen und ein Konzept zu entwickeln, welche Gebäude künftig noch genutzt und finanziert werden können. Dies betrifft auch unsere Kirchengemeinden in Schorndorf und Winterbach. Vor 15 Jahren waren es noch 8.375 Katholiken in der Gemeinde Heilig-Geist und mit Stand zum 31. August 2025 sind 6.198 Personen Mitglied der Kirchengemeinde Heilig Geist (zum Jahresende 2024 waren es 6.359 Personen). Die Kirchengemeinde Winterbach hat gegenwärtig 2.013 Mitglieder. Angesichts der Sterbefälle und der Austritte wird die Zahl der Gemeindemitglieder weiterhin deutlich zurückgehen und nach gegenwärtigen Berechnungen in 15 Jahren um ca. 1/3 geringer sein. 


Angesichts dieser Rahmenbedingungen ist realistisch in Blick zu nehmen, was künftig noch möglich und zu finanzieren ist. So wird sich im Herbst 2025 der Kirchengemeinderat intensiv mit den Fragestellungen und Herausforderungen beschäftigen, die die Diözese benennt:
Mitgliederzahl: Rückgang bis 2040 um 20-30 %
Kirchensteuer: jährliche Unterdeckung bis 2035 bis zu 65 Mio. €
Klimaziele: Die schöpfungsfreundliche Kirche will klimaneutral werden
Pastoral: Veränderte Anforderungen für die Pastoral der Zukunft

Vision: Am Ende des Projektes im Jahr 2035 ...
- haben wir einen reduzierten, attraktiven Gebäudebestand
- sind wir finanziell konsolidiert und weiterhin handlungsfähig
- haben wir die Klimaneutralität zu 90 % erreicht
- können wir weiterhin unseren Auftrag im Dienst der Menschen erfüllen

Das aktuelle Projekt "Kirche der Zukunft" bezeichnet Bischof Dr. Klaus Krämer als große Herausforderung: „Wir müssen das Bestehende kritisch unter die Lupe nehmen und uns fragen, was Neues hinzukommen muss, um Antworten auf die Fragen unserer Zeit zu bekommen. Dies gilt für alle Ebenen der Diözese, einschließlich der Dekanate und der 1020 Kirchengemeinden. Neben den pastoralen Strukturen, die größer und schlanker werden müssten, sollen auch die Verwaltungsstrukturen der Diözese in den kommenden drei Jahren auf den Prüfstand gestellt werden. Dabei müssten auch organisatorische Strukturen verändert werden, um engeren finanziellen Grenzen sowie dem Rückgang des pastoralen Personals Rechnung zu tragen."

2024/2025: Erarbeitungsphase
2026: Entscheidungsphase und ab 2027 Umsetzungsphase
1. Start im Zukunftsausschuss:
Konkretisierung der Zahlen, Daten, Fakten und Prognosen für die jeweilige Kirchengemeinde (Bauordnung, Gemeindehausrichtlinien, Gemeindegröße, etc.)
2. Lokale Besonderheiten, die zu beachten sind:
Gemeinden für Katholiken anderer Muttersprache (ital. und kroat. Gemeinde)
3. Faktencheck zu den Gebäuden:
Sammeln von Zahlen, Daten, Fakten zu allen Gebäuden in der Seelsorgeeinheit im Eigentum der Kirchengemeinden
4. Bewertung Ihrer Gebäude:
Aktuelle Nutzung und Auslastung der Gebäude und pastorale Bewertung

Ziele der Diözese:

  • Reduzierung von Baulasten, Investitions-, Betriebs- und Personalkosten sowie weiterer Ressourcen.
  • Ziel ist es, bis 2035 noch ca. 70 % der Gebäudeflächen zu halten und 30% zu veräußern.
    Messgröße sind dabei die beheizten Flächen. Die perspektivisch zu haltenden Flächen sollen dann bis 2040 klimaneutral sein.

Ein Gesamtüberblick zum Prozess "Kirche der Zukunft" ist auch auf der entsprechenden Homepage zu finden:
www.kirche-der-zukunft.drs.de sowie weitere aktuelle Infos im Newsletter dazu.

Im Newsletter ist u.a. zu lesen:
Im Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“ werden derzeit verschiedene rechtlich mögliche Modelle zu Raumschaft, Struktur und Leitung diskutiert.
Hauptamtliche Mitarbeitende, ehrenamtlich Engagierte und Interessierte können ihre Meinung zu diesen Modellen in einer Online-Umfrage mitteilen. Aktuell haben 741 Personen davon Gebrauch gemacht und den Fragebogen vollständig ausgefüllt.

Die Umfrage dient dazu, ein Stimmungsbild zu den Modellen zu erhalten und weitere Fragen zu identifizieren, die hierzu noch geklärt werden müssen. Dieses Stimmungsbild wird dem Diözesanrat Ende November zusätzlich zu vielen anderen Aspekten des Projekts, die derzeit von Thementeams erarbeitet werden, zur Kenntnis gebracht. Auf Grundlage all dieser gesammelten Informationen werden die Diözesanrät:innen dann ein Votum in Bezug auf die Neustrukturierung abgeben.

An der Umfrage können sich alle beteiligen, die an einer Informationsveranstaltung für die Berufsgruppen, an Veranstaltungen der Dekanate und Kirchengemeinden oder an einer Online-Veranstaltung teilgenommen haben. Die Umfrage läuft noch bis 3. November. Dazu der Link zur Rückmeldung an die Diözese, die bis Ende Oktober möglich ist.