Hirtenbrief von Bischof Fürst zur Corona-Pandemie

Mit einem Hirtenbrief am 20. September ruft Bischof Dr. Gebhard Fürst zum Gottesglauben in der Corona-Zeit und zum Gebet auf.

Mit einem Hirtenbrief zum Gottesglauben in der Corona-Zeit ruft Bischof Dr. Gebhard Fürst die Katholikinnen und Katholiken der Diözese Rottenburg-Stuttgart kurz nach dem Ende der Sommerferien und dem Beginn der Schule zur Feier der Eucharistie und zum Gebet auf. „Bleiben wir trotz allem Unverständnis, warum das, was wir gegenwärtig durchleben, so geschehen musste und geschieht, Gott verbunden. Geben wir die Gottesbeziehung nicht auf! Adressieren wir unsere schmerzlichen, vielleicht auch vorwurfsvollen Erfahrungen an Gott. Beten trägt uns!“, heißt es in dem Hirtenbrief. Zugleich äußert Bischof Fürst darin seine Sorge, dass in der gegenwärtigen Pandemie das Geheimnis der Eucharistie banalisiert werden oder gar verloren gehen könnte.

Viele Gläubige fragten sich angesichts der fortdauernden Einschränkungen ihres Lebens durch Covid-19, ob Gott die Menschen vergessen habe, stellt Fürst fest. Es sei nicht einfach, auf diese sehr bedrängenden Fragen zu antworten und zugleich hilfreich, in der gegenwärtigen Situation die Heilige Schrift zur Hand zu nehmen.

„Schauen wir auf Jesus von Nazareth, auf die Menschen in der Bibel, die in der Not Gott nicht verlieren.“ Besonders die Psalmen des Alten Testaments ließen beim Lesen miterleben, wie tiefgläubige Menschen Gott auch wegen seiner von ihnen erlebten Ferne anklagten und seien so „eine Schule des Gebets in abgründiger Not“, schreibt der Bischof und weist darauf hin, dass die Gottesbeziehung in der Corona-Zeit auch immer dort lebendig sei, wo selbstlose Nächstenliebe praktiziert wird.

„Dort, wo meine Nächsten durch mich und mein liebevolles Handeln Gottes heilsame Nähe erfahren, da wird Gott gegenwärtig“, schreibt Fürst. Die Kraft dazu erwachse uns aus dem Gebet und vor allem aus der Feier der sonntäglichen Eucharistie, die sich von anderen Versammlungen darin unterscheide, dass sie heilig und von Gott initiiert ist. „In ihr wird Gottes Liebe zu uns zeichenhaft gegenwärtig und wirksam. Wer die Eucharistie gering schätzt, verliert den lebensstiftenden Kontakt zu ihr. Seien wir also achtsam, dass wir die eucharistische Quelle unseres Glaubens und unserer Kirche, ja unseres ganzen kirchlichen und persönlichen Handelns gerade in diesen schweren Zeiten nicht verschütten“, betont der Bischof.

„Käme uns die Eucharistie abhanden, verlören wir als Kirche die wichtigste Quelle, unserer Energie zu lieben“, mahnt Fürst angesichts dessen, dass die sonntägliche Eucharistiefeier bis heute nur mit einer begrenzten Zahl von Gläubigen und unter schwer zumutbaren Bedingungen möglich ist.

Den Hirtenbrief finden sie hier.